Erfolgreiches Prüfungswochenende: Brauchbarkeitsprüfung und VGP am 24. und 25. Oktober 2026

Suchensieger der VGP 2026 Julius Pechtl mit seinem Deutsch-Drahthaar-Rüden “Albert vom Hagener Esch”

Am 24. und 25. Oktober 2026 standen gleich zwei Prüfungen auf dem Programm: Während am Samstag sechs Gespanne zur Brauchbarkeitsprüfung (BrP) der Jägerschaft Stade antraten, stellten sich insgesamt sieben Hunde an beiden Tagen den anspruchsvollen Aufgaben der Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) des Jagdgebrauchshundvereins Stade e.V.

Das Wetter zeigte sich dabei von seiner typisch norddeutschen Herbstseite. Bei Temperaturen um 9 bis 10 Grad, Nieselregen und teilweise kräftigem Wind begann der Samstag wenig einladend. Im Laufe des Tages ließ der Regen jedoch nach. Am Sonntag begrüßte die Teilnehmer zunächst die Sonne, bevor Wolken und teils stürmische Böen zurückkehrten.

Brauchbarkeitsprüfung – sechs Hunde stellen sich den Anforderungen

Der Prüfungstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Suchenlokal in Bützfleth. Dort trafen sich die Hundeführerinnen und Hundeführer mit den Richtern und den Teilnehmern der parallel stattfindenden VGP. Nach der Begrüßung und Richterbesprechung durch Suchenleiter Gerd Bohmbach rückten die Gruppen in ihre jeweiligen Prüfungsreviere aus.

Für die sechs Gespanne der Brauchbarkeitsprüfung führte der erste Weg in das Revier Heimbruch im hügeligen Gelände des Estetals. Hier stand zunächst die Schweißarbeit auf dem Programm. Alle sechs Hunde fanden zum Stück, allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Während ein Gespann zwei Abrufe benötigte, führte ein anderer Hund seine Hundeführerin ohne jegliche Einwirkung sicher zum Ziel.

Anschließend ging es zur Wasserarbeit. Hier zeigte sich, wie anspruchsvoll die Anforderungen an einen brauchbaren Jagdhund sind. Besonders beeindruckte eine kleine Deutsche-Jagdterrier-Hündin, die sich von ihrer geringen Körpergröße nicht aufhalten ließ. Trotz der kräftezehrenden Arbeit brachte sie einen schweren Erpel zuverlässig aus dem Wasser, setzte sich anschließend sauber vor ihre Führerin und wartete geduldig auf das Kommando zum Ausgeben.

Auch eine Deutsch-Kurzhaar-Hündin und ein Mischlingsrüde aus Labrador und Ungarisch Kurzhaar meisterten die gestellten Aufgaben fehlerfrei.

Für drei weitere Gespanne endete die Prüfung hingegen an der Wasserarbeit. Eine Weimaraner-Hündin kehrte nach dem Schuss auf das Wasser zu ihrer Führerin zurück, ein Kleiner-Münsterländer-Rüde brachte die gegriffene Ente nicht und eine Labrador-Hündin zeigte Wildscheue an der lebenden Ente. Damit konnten diese Hunde die erforderlichen Prüfungsbedingungen leider nicht erfüllen.

Die drei verbliebenen Gespanne bewiesen anschließend bei den Schleppenarbeiten an Haar- und Federwild sowie beim Freiverlorensuchen im Feld ihre Zuverlässigkeit. Auch die abschließenden Gehorsamsfächer stellten keine Hürde mehr dar.

Somit konnten drei der sechs angetretenen Gespanne die Brauchbarkeitsprüfung erfolgreich bestehen.

Verbandsgebrauchsprüfung – alle sieben Hunde erfolgreich!

Besonders erfreulich verlief die parallel durchgeführte zweitägige Verbandsgebrauchsprüfung. Die VGP gilt als „Meisterprüfung“ der vielseitigen Jagdgebrauchshunde und verlangt sowohl Hunden als auch Hundeführern in den Wald-, Wasser- und Feldfächern ein hohes Maß an Können, Ausdauer und Zusammenarbeit ab.

In zwei Richtergruppen traten insgesamt sieben Gespanne an. Alle sieben Hunde konnten die VGP erfolgreich abschließen!

Gruppe 1 – Erfahrung, Zusammenhalt und Durchhaltevermögen

Die erste Gruppe bestand ausschließlich aus Hündinnen: einer Deutsch-Kurzhaar-Hündin und zwei Deutsch-Drahthaar-Hündinnen.

Eine besondere Geschichte brachte Michael Kaufmann mit seiner Hündin Cessi v.d. bewaldeten Düne mit. Er hatte Cessi vor mehr als zwei Jahren bereits mit bestandener VGP übernommen. Nachdem die Zusammenarbeit zwischen den beiden anfangs nicht immer harmonisch verlief, entschied sich Michael, in diesem Jahr am Hundeführerlehrgang teilzunehmen und seine Hündin noch einmal selbst auf einer VGP zu führen.

Eine Entscheidung, die sich gelohnt hat: Über die Sommermonate entwickelten sich die beiden zu einem eingespielten Team und konnten nun gemeinsam die Prüfung bestehen.

Auch die beiden anderen Hündinnen zeigten über weite Strecken sehr gute Arbeiten. Am Ende erreichten alle drei Gespanne den III. Preis. Während Cessi auf der Schweißfährte zwei Abrufe benötigte, brachten die beiden anderen Hündinnen den Fuchs auf der Fuchsschleppe nicht. Trotz dieser Herausforderungen konnten alle drei Hunde die anspruchsvolle Prüfung erfolgreich abschließen.

Gruppe 2 – Vier Erstlingsführer und viermal der I. Preis

In der zweiten Gruppe traten vier Erstlingsführer mit drei Deutsch-Drahthaar-Rüden und einer Deutsch-Langhaar-Hündin an.

Eine Besonderheit: Die drei DD-Rüden sind Wurfgeschwister aus dem Zwinger „vom Hagener Esch“. Ihre Hundeführer hatten gemeinsam am Hundeführerlehrgang teilgenommen und sich während der gesamten Ausbildungszeit gegenseitig unterstützt und motiviert.

Dass aus diesem kameradschaftlichen Miteinander auch starke Prüfungsleistungen entstehen können, zeigten die Ergebnisse eindrucksvoll.

Alle vier Gespanne erreichten den I. Preis – mit 327, 328 und zweimal 334 Punkten. Zudem erhielt jeder der vier Hunde in mindestens einem Prüfungsfach die besondere Bewertung „hervorragend“ (4h).

Bemerkenswert ist außerdem, dass alle vier Hunde im Prüfungsjahr 2026 bereits auf der Verbandsjugendprüfung (VJP) und der Verbandsherbstzuchtprüfung (HZP) geführt worden waren. Gemeinsam mit der Hündin Jazzy vom Isenseer Kajedeich aus der ersten Gruppe absolvierten damit gleich fünf Hunde innerhalb eines Jahres alle drei Verbandsprüfungen.

Zwei punktgleiche Hunde – ein Suchensieger

An der Spitze der Prüfung wurde es besonders spannend. Die beiden Wurfgeschwister Albert und Amboss vom Hagener Esch erzielten jeweils hervorragende 334 Punkte im I. Preis.

Auch bei den besonderen Fachbewertungen lagen die beiden Rüden eng beieinander: Beide erhielten in unterschiedlichen Prüfungsfächern jeweils ein „hervorragend“ (4h).

Den Suchensieg sicherte sich schließlich Albert vom Hagener Esch, geführt von Julius Pechtl, mit 334 Punkten im I. Preis. Ausschlaggebend bei der Entscheidung war das bereits während der HZP erworbene Armbruster-Haltabzeichen.

Den zweiten Platz belegte Amboss vom Hagener Esch, geführt von Oliver Blohm, ebenfalls mit 334 Punkten im I. Preis.

Bei der feierlichen Übergabe am Sonntagabend durfte Julius Pechtl schließlich den Wanderpokal für den Suchensieger entgegennehmen.

Suchensieger VGP 2026 - Julius Pechtl

In seiner anschließenden Dankesrede gewährte Julius den Anwesenden noch einen persönlichen Einblick in die Entstehung seines Gespanns. Ursprünglich hatte er geplant, sich erst in ein bis zwei Jahren eine Deutsch-Langhaar-Hündin anzuschaffen. Seine Mitstreiter Oliver und Konstantin brachten ihn jedoch auf die Idee, einen Deutsch-Drahthaar-Rüden zu übernehmen, der zuvor an seinen Züchter zurückgegeben worden war.

Zunächst war Julius von diesem Gedanken wenig begeistert. Doch nachdem er Albert im Revier ausprobieren durfte, stand für ihn fest: Dieser Hund sollte es sein!

Dass sich diese Entscheidung ausgezahlt hat, bewiesen die beiden spätestens mit dem Gewinn des diesjährigen Suchensieges.

Gemeinsamer Abschluss und Dank

Am Sonntag fand das Prüfungswochenende mit einem gemeinsamen Essen und der feierlichen Übergabe der Prüfungszeugnisse seinen Abschluss. Nach den anstrengenden Stunden in Wald, Feld und Wasser bot sich noch einmal Gelegenheit, die Erlebnisse und besonderen Hundearbeiten der vergangenen beiden Tage Revue passieren zu lassen.

Wir gratulieren allen erfolgreichen Hundeführerinnen und Hundeführern herzlich zu ihren bestandenen Prüfungen. Auch denjenigen, für die es dieses Mal nicht ganz gereicht hat, wünschen wir weiterhin viel Erfolg bei der Ausbildung ihrer Hunde.

Unser besonderer Dank gilt den Revierinhabern und Revierführern für die Bereitstellung der Prüfungsreviere und ihre Unterstützung vor Ort. Ebenso bedanken wir uns bei allen Richtern, Richteranwärtern, Organisatoren und Helfern, die mit ihrem Einsatz zur erfolgreichen Durchführung dieses Prüfungswochenendes beigetragen haben.

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr auf unserer Seite „Prüfungsergebnisse 2026“. Alle Bilder des Prüfungstages findet ihr in unserer Galerie 2026.

Waidmannsheil

Euer JGV Stade e.V.

Weiter
Weiter

1. VGP 2026 – Anspruchsvolle Meisterprüfung mit fünf erfolgreichen Gespannen